Bischöfliches Geistliches Kommissariat

Aufgrund der großen Entfernung ließ sich der Erzbischof von Mainz, dem das Eichsfeld unterstand, durch sogenannte "Comissarii" vertreten. Der erste urkundlich erwähnte Kommissarius für Heiligenstadt war Propst Heiso Krauwel, der nach der Anstellungsurkunde am 24. Juli 1449 ernannt wurde.      

Im Dreißigjährigen Krieg zog das Kommissariat 1638 nach Duderstadt und 1781 wieder nach Heiligenstadt zurück. Nach der Angliederung des Eichsfelds an Preußen folgte 1816 die kirchenpolitische Teilung des Eichsfelds.
1826 bis 1930 unterstand das Obereichsfeld dem Bistum Paderborn, von 1930 bis 1994 dem Bistum Fulda bzw. (ab 1949) dem Amt Erfurt-Meiningen und nun dem neugegründeten Bistum Erfurt.
 
Nachdem das Kommissariat 1781 wieder nach Heiligenstadt übersiedelte, erhielt es Räumlichkeiten in der ehemaligen Jesuitenschule, Wilhelmstraße 41, bereits 1799 zog es in das Heiligenstädter Schloß um. Im Oktober 1941 wurden die Dienstzimmer zwangsweise geräumt, das Kommissariat mit dem Archiv erhielt nun seine Heimat im Propsteipfarramt in der Lindenallee 44 in Heiligenstadt.

Zu den Vollmachten und Pflichten des Kommissarius zählen unter anderem die Beobachtung der Residenzpflicht, die Verwaltung zahlreicher mildtätiger Fonds und Stiftungen sowie Vermittler in kirchlichen Streitigkeiten.

Amtierender Bischöflicher Kommissarius ist seit 2012 Herr Propst Hartmut Gremler.

Kommissariatsarchiv

Das Kommissariatsarchiv kann nach vorheriger Anmeldung für Zwecke der Ahnenforschung oder für Recherchen von Ortschronisten besucht werden.

Ansprechpartnerin: Frau Gorsler
Öffnungszeit: jeden Mittwoch, 8:00 bis 12:00 Uhr und 13:00 bis 17:00 Uhr oder nach Vereinbarung
Die Voranmeldung kann telefonisch oder schriftlich erfolgen.
Tel: 03606 5208-52 oder über das Pfarrbüro zu den entsprechenden Öffnungszeiten
E-Mail: bgk.archiv@kg-sankt-marien.de